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Nach einer unvergleichlichen Euphorie in Bezug auf das Phänomen «Allfinanz/Financial Services» sind Versicherer und Banken in den vergangenen Jahren in die tiefste Krise ihrer Geschichte geraten. Langsam hellen sich die Perspektiven wieder auf: positive Meldungen über Finanzdienstleister in den Medien nehmen zu. Die grundsätzliche Frage heute lautet: Wie geht es nun weiter?
Das Buch gibt Antworten auf diese zentralen Fragen:
- Welche Dynamik hat zur Euphorie und dann zur Krise der Financial Services geführt?
- Welche Rolle haben die wichtigsten Stakeholder (Medien, Analysten, Berater, Kunden etc.) vor, während und nach der Krise gespielt?
- Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Zukunft der Financial Services?
- Wie kann das Management von Finanzdienstleistern das Wissen um die Handlungslogik der Systeme nutzen?
Das Management ist gewohnt, nach vorne zu schauen: Haben wir die Krise überwunden? Wie müssen wir die Weichen für die Zukunft stellen? Was werden unsere Wettbewerber als Nächstes tun? Aus Sicht der Wissenschaft stellen sich zunächst vertiefte Fragen nach den Ursachen der Krise. Was können wir aus den Entwicklungen der letzten Jahre lernen?
Der vorliegende Band unternimmt daher den Versuch, die Krise der Financial Services aus der Perspektive verschiedener Anspruchsgruppen zu rekonstruieren. Ziel ist es, eine integrative Perspektive auf die Transformationsprozesse im Financial-Services-Bereich zu werfen.
Um den Blick nicht frühzeitig einzuengen, wird einerseits Financial Services als integriertes Konzept (und nicht nur institutionell oder produktbezogen) untersucht, andererseits werden verschiedene Stakeholder-Perspektiven (und nicht nur die des Managements) bei der Analyse einbezogen. Zudem wird eine chronologische Sichtweise der Krisenentwicklung zugrunde gelegt, die helfen soll, unterschiedliche Sichtweisen wichtiger Stakeholder im Zeitablauf (vor, während und nach der Krise) vergleichen zu können.
Die Autoren entwickeln die Logiken der beteiligten Systeme und zeichnen die daraus resultierende Dynamik nach, um Entwicklungstendenzen der Financial Services für die Zukunft abzuleiten. Die zentrale Hypothese lautet: Nur wer die Motive und Handlungsmuster der Akteure und die Dynamik der Systeme verstehen gelernt hat, kann in Zukunft fundierte und erfolgversprechende Management-Entscheide treffen.
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